Gregory Sean Sheehan´s Werk ignoriert nur auf den ersten Blick das Thema der Kunstsequenzen, sich mit dem Kunstort Gotmarstrasse auseinanderzusetzen. Weil er anscheinend ganz konventionell Landschaftsmalerei an die Wände des Weißen Saals gehängt hat. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass Sheehan mit diesen Bildern eine dezidierte Vorstellung von dem verbindet, was Kunst mit dem Betrachter machen sollte. Seine Vorstellung ist sternenweit entfernt von jeder modischen Vereinnahmung der Kunst für kunstfremde Zwecke. Sie hat dagegen viel zu tun mit Spiritualität, Versenkung und Meditation und mit dem Projekt der Menschwerdung in einem klassisch aufgeklärten Sinn. Etwa im Sinne des Goethe-Wortes: „Wer Kunst hat, hat auch Religion. Wer aber keine Religion hat, der habe Kunst!“ Sheehans in der Dreiteilung des Flügelaltars sich präsentierende Landschaftsmalerei markiert einen Weg per aspera ad astra. Vom Dunkel ins Licht. Die Kunst ermöglicht eine Art von spirituellem Aufstieg und Reinigung als Kontrapunkt zum Lärm der Strasse vor den Türen des Weißen Saals.




2007
Michael Stoeber.
Kunstkritiker, Hannover
"Im, am, durch und über das Künstlerhaus"
– so wurde in der Ausschreibung für die
diesjährigen Kunst-Sequenzen der thematische
Rahmen beschrieben. Von Beginn an war die
Reihe der Kunst-Sequenzen darauf angelegt,
neue Formen und Möglichkeiten der Kunst
zu nutzen und zu erproben.

Dieses Jahr ist das Künstlerhaus für 10
ausgewählte Kunstlerinnen und Künstler zum
Thema einer künstlerischen Auseinandersetzung
geworden. Räumliche Gegebenheiten und
inhaltliche Bezüge des Künstlerhauses wurden
zum Anlass für Installationen "Vor Ort auf Zeit".

Zeitfenster I...I...2007...I...Torf & Acryl auf Leinwand...I...48 x 220 cm x 3
Zeitfenster II...I...2007...I...Torf & Acryl auf Leinwand...I...48 x 220 cm x 3